Kriegsdienst verweigern

Totalverweigerer vor Gericht

Nach knapp 1,5 Jahren Wartezeit, werde ich (Sascha) mich nun am
30.01.2001, wegen Dienstflucht vor Gerichtverantworten
müssen.

Im Moment sieht alles noch ziemlich unsicher aus, es sind noch knapp 2
Wochen bis zum Prozessbeginn und es gibt noch eine ganze Menge zu tun.
Mein
Ziel ist es, eine möglichst breite Öffentlichkeit für die Thematik
Zivildienst-Bundeswehr-Krieg zu schaffen. Doch das schaffe ich nicht
alleine, daher
brauche ich noch jede Menge Hilfe, um nicht in dem ganzen Ärger
unterzugehen.

Falls ihr euch vorstellen könntet, mir hilfreich unter die Arme zu
greifen, kommen hier  ein paar Vorschläge:

1. Kommt zum Gerichtstermin am 30.01.2001 um 9.00 Uhr in Raum 131  1/B in
der Wilsnacker Str.4 in Berlin, Treffpunkt für gemeinsame Demo zum
Gericht,
gleicher Tag, 8.15 Uhr, S- Bellevue, bitte  pünktlich. Bringt Transpis
mit!!
2. Der ganze Prozeß plus Öffentlichkeitsarbeit wird ca. 2500 DM kosten,
daher wird dringend Geld benötigt,
macht Solikonzerte, Soli-Kneipe, Soli- was auch immer, oder vielleicht
habt ihr ja grade reich geerbt oder ohnehin zu viel Geld, einfach bei mir
melden.
3. verteilt Flugblätter, mobilisiert zum Prozeß
4. Organisiert Infoveranstalltungen zum Thema Totale
Kriegsdienstverweigerung (für ReferentInnen einfach Nachfragen)
5. Brauchen noch einen Lauti für die Demo
6. Suche noch einen Menschen, der Lust hat einen Sampler (Redeinhalt in
Antifa-cool Form) für die Demo abzumischen.
7. Verschickt  diese Mail, diesen Brief über euren Verteiler weiter
8. Diskutiert, schafft Öffentlichkeit; handelt!
9. Helft bei der Pressearbeit!!
10. Auf eurer Homepage auf den Prozeß und die Thematik aufmerksam machen,
bzw. Flugis ins Netz stellen.
11. In eurer Zeitung - Fanzine einen Artikel über TKDV veröffentlichen.
11. Das waren nur ein Paar Vorschläge, gibt sicher noch sehr viel mehr zu
tun, wenn Ihr es schafft, kommt einfach zu denn alle paar Tage
stattfindenden Soli-Treffen in Berlin (wo und wann? Einfach nachfragen!)

 
Soweit so gut.
Danke.
Sascha.



Kontakt und Infos : resisttoexist@gmx.net



Warum ich meine Verwendung für den Zivildienst verweigere.


Das Konzept der Gesamtverteidigung der BRD ruht auf 2 wesentlichen
Stützpfeilern: Auf der einen Seite die militärische Verteidigung
(Bundeswehr/Soldaten), auf der anderen Seite die Zivilverteidigung (in
welcher
Zivildienstleistende eingeplant sind). In der Kriegs- oder sogenannten
Verteidigungsplanung
der BRD spielen Zivildienstleistende eine sehr wesentliche Rolle.
Mobilmachungsergänzungen von Personal und Material, Truppenversorgung mit
Material,
Hilfe bei der Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen sind
einige, der hier nur kurz angeschnittenen Aufgaben, für welche
Zivildienstleistende im Kriegs- oder Verteidigungsfall eingeplant sind.
Wenn Soldaten in den Krieg ziehen, sollen es  Zivildienstleistende sein,
die Truppen mit Rohstoffen  versorgen, oder für die Aufrechterhaltung des
Landesfriedens Sorge tragen sollen.
Zwar werde ich nach heutiger Rechtslage als Zivildienstleistender nicht
gezwungen sein, im Kriegsfall direkt jemanden zu erschießen, aber
Zivildienstleistende stützen und fördern durch Ihren Dienst, das der Arm
der
militärischen Verteidigung genau dazu befähigt wird. Befähigt zum
gezielten Töten von
Menschen und der Vernichtung von Werken gemeinsamer Arbeit. Und ob ich nun
jemanden beim Töten unterstütze oder ob ich selber töte ist für mich ein
und
der selbe Tatbestand.
Zivildienst ist keine Alternative zum Dienst bei der Bundeswehr, sondern
stellt somit eine für jede Kriegsführung notwendige Ergänzung da.
Zivildienst
ist genau wie die Bundeswehr ein Dienst der auf einer Befehls und
Gehorsamsebene aufbaut, und Menschen das Recht auf Selbstbestimmung und
freie
Entscheidung nimmt und somit einem kritischen Bewußtsein entgegenarbeitet.
Auch im
Zivildienst werden Menschen Teil einer Maschinerie, in der sie nicht mehr
eigene Entscheidung treffen sollen, sondern nur noch nach den Interessen
der
Befehlserteilenden zu funktionieren haben. Mein Gewissen gehört mir und
nicht
dem Staat und eine höhere Pflicht als eigenverantwortlich zu handeln, gibt
es nicht.
Wehrpflicht ist keine Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben von
Menschen. Ich halte es für wichtig, die Allgemeine Wehrpflicht, welche
eine
ständige Vorbereitung für den Krieg darstellt, nicht mit dem Attest oder
Krankenschein zu umgehen, sondern sich offen gegen sie zu stellen, um
Öffentlichkeit gegen diese gesellschaftliche Militarisierung zu schaffen
und Kriege
im Vorfeld zu verhindern. Ich glaube, daß eine ehrliche
Auseinandersetzung,
das deutlich gesprochene NEIN  zu Unrecht, Grundvoraussetzung dafür ist,
wenn
Mensch das politische Klima in diesem Land verändern will. In diesem Sinne
ist Totale Kriegsdienstverweigerung (TKDV)  für mich auch ein Kampf, für
eine bessere menschliche Welt.
Das Menschen aus Profitinteressen dazu gebracht werden, sich gegenseitig
umzubringen, ist eine Tatsache, die es zu bekämpfen gilt.

Verschickt diese Mail weiter !!! Diskutiert!!! Handelt!!!
Unterstützt den Prozeß!!      - Für ein selbstbestimmtes freies Leben!!
Krieg dem Krieg

Kommt zum Gerichtstermin am 30.01.2001 um 9.00 Uhr in Raum 131  1/B in der
Wilsnacker Str.4 in Berlin
Treffpunkt für gemeinsame Demo zum Gericht, gleicher Tag,
pünktlich: 8.15 Uhr, S- Bellevue
Bringt Transpis mit!!