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"Soldaten sind Mörder"

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Damit kein Mensch zum Mörder wird …


21. Antimilitarismus im Atomzeitalter

Der Nobelpreisträger für Physik Albert Einstein (1879-1955) schrieb 1952 in seinem Essay „Zur Abschaffung der Kriegsgefahr“:

„Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Das Militär, diesen Schandfleck der Zivili­sation, sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an so elendem Tun zu beteiligen. Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord.“

Der Nobelpreisträger für Physik Max Born schrieb in seinem Essay „Die Zerstörung der Ethik durch die Naturwissenschaften“:

„Im Krieg waren die Kennzeichen des idealen Soldaten Stärke und Mut, Großmütigkeit gegenüber dem Unterlegenen Feind und Mitleid gegenüber dem Wehrlosen. Nichts davon ist übriggeblieben. Moderne Waffen der Massenvernichtung lassen keinen Raum für ir­gendwelche sittlich begründeten Einschränkungen und degradieren den Soldaten zu ei­nem technischen Mörder.“

Der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann ( -1976) in einer Bundestagsrede 1958:

„Ich nenne die Atomwaffen Ungeziefervertilgungsmittel, bei denen diesmal der Mensch das Ungeziefer sein soll. Ist die Anwendung solcher Mittel christlich verantwortbar? … Am vergangenen Sonntag hat der Berliner Professor Heinrich Vogel in Frankfurt auf der Kundgebung gegen den Satz >Lieber tot als Sklave< den Satz gestellt >Lieber tot als Massenmörder<. Das, verehrte Damen und Herren, ist es, worum es geht.“

Bis zur Schaffung der Atombombe ist nur ein einziger Prozeß wegen der angeblichen Beleidigung „Soldaten sind Mörder“ bekannt geworden. Am 1.7.1932 sind Carl von Os­sietzky und Kurt Tucholsky freigesprochen worden. Das schlechte Gewissen der Soldaten, die sich nach dem Schrecken der Atombombenabwürfe noch mehr als je zuvor mit ihrer Schuld auseinandersetzen müssen, führt zu einer schärferen Auseinandersetzung. Nach dem Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, Sekretär der Deutschen Friedensgesell­schaft, brachte es der Präsident des Weltkirchenrates und Präsident der Deutschen Frie­densgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner, Pastor Martin Niemöller (1892-1984) in seiner Kasseler Rede vom 25.1.1959 auf den Punkt:

„Denn sie wissen,. was sie tun!

Krieg ist gegen den Willen Gottes. Nun ja, das ist viel gesagt und gar nichts getan. Mord ist auch gegen den Willen Gottes. Aber damit, daß ich das feststelle und Morde nicht verhindere, habe ich eben noch gar nichts getan.

Und damit ist heute die Ausbildung zum Soldaten die Hohe Schule für Berufsverbrecher. Mütter und Väter sollen wissen, was sie tun, wenn sie ihren Sohn Soldat werden lassen. Sie lassen ihn zum Verbrecher ausbilden.“

Verteidigungsminister Franz Josef Strauß klagte und Pastor Martin Niemöller wurde frei­gesprochen.

 


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Zuletzt geändert: 09.07.2006