Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 

"Soldaten sind Mörder"

[nächste Seite] [vorherige Seite] [erste Seite]


 

14. Exkurs:
„Ich kenne meine Pappenheimer“

Daß Friedensleute, Pazifisten und Humanisten in ihren Veröffentlichungen die Soldaten mit Mördern gleichsetzen, haben wir nun vielfach gelesen. Daß aber auch solche Autoren und Staatsmänner, die den Krieg prinzipiell gutheißen und teilweise selbst Kriege führten und verantworteten, von Soldaten nicht allzuviel halten, mögen folgende Beispiele zeigen:

Niccolo Machiavelli (1469-1527) in seiner Schrift „Der Fürst“:

„Gerecht ist der Krieg in der Not und gesegnet sind die Waffen.“ Aber auch:

„Wenn einer seinen Staat auf Soldaten stützt, so steht er niemals fest und sicher, denn sie sind uneinig, ehrgeizig, disziplinlos und untreu, überheblich den Freunden und feig dem Feind gegenüber, ohne Furcht vor Gott und ohne Treue gegen die Menschen.“

Der „Alte Fritz“, König Friedrich II. von Preußen (1712-1786) bezeichnete seine Solda­ten als „Taugenichtse und Henker.“ 1773 schrieb er an Voltaire:

„Haben Sie denn vergessen, daß der Krieg eine Geißel ist, die … alle möglichen Verbre­chen begünstigt ? Wenn ich dermaleinst wie William Penn sein werde, werde ich wie andere gegen die privilegierten Mörder, die die Erde verwüsten, Volksreden halten.“

Der preußische General und Militärtheoretiker Carl Philipp Gottfried von Clausewitz (1780-1831)

„Der Krieg ist ein Instrument der Politik“.

Aber:

„Die Menschen müssen schlecht werden, wenn was sie zwingt, ihr Blut zu vergießen für eine Sache, die sie verabscheuen. Eine Regierung, die das Volk dazu zwingt, zwingt es zur Laster und zur Verderbtheit.“

General Gerhard von Scharnhorst schrieb vor einem Kriegseinsatz 1807 an Blücher:

„Man erwartet nun die russischen Verstärkungen, welche jetzt herankommen. und dann geht es wieder ans Morden“

Kaiser Friedrich III. am 22.8.1870 im Kriegstagebuch

„Wenn die Großmächte eine Liga stiften wollen, um einen ehrenvollen, baldigen, dauer­haften Frieden zu erstreben, so sollen sie zunächst im Namen der christlich zivilisierten Menschheit einem solchen Morden Einhalt gebieten“

Ludwig, 1806-1810 war er König von Holland:

„Der Krieg ist nichts als organisierte Barbarei, eine Erbschaft aus dem Zustand der Wildheit, welcher durch wohlausgedachte Einrichtungen verkleidet und ausgeschmückt wurde, wie nicht weniger durch trügerische Beredsamkeit.“

Und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (1847-1934) entgegnete auf den an Soldaten gerichteten Zuruf „Massenmörder“: „Na, von ihrem Standpunkt haben die Leute ganz recht.“

Wie die Militaristen von heute ihre Soldaten alles andere als ehrenvoll bezeichnen, läßt sich in den zahlreichen Beschwerden an den Wehrbeauftragten ablesen. Mit welchen Ver­balinjurien die Dienstvorgesetzten der Bundeswehr ihre untergebenen Soldaten bezeich­nen, lese man in den Berichten der Wehrbeauftragten des Bundestages nach.

 


[nächste Seite] [vorherige Seite] [erste Seite]

Druckansicht
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 
Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Zuletzt geändert: 09.07.2006